Trockenbiotope: Trockenmauer-Holzstoß-Steinhaufen


Die Trockenmauer (1990)

 

Im Jahr 1990 gingen Lehrer, Schüler und Eltern daran, eine über 12 m lange Trockenmauer aufzubauen. Über 34 t Steinmaterial, darunter Basaltsteine, Kalksteine und Schieferplatten wurden von einigen Schülern und Lehrern gemeinsam in verschiedenen Steinbrüchen im nahe gelegenen Taunus aufgeladen und auf dem Schulgartengelände in über 400 Schüler- und Lehrerarbeitsstunden zu einer Trockenmauer aufgeschichtet.

 

Bau der Trockenmauer 1990 mit Konrektor Heinz Fritz
Hier entstand ein Paradies für Kriechtiere und Insekten und ein wunderbarer Ort für Naturbeobachtungen. Die Mauer bietet in ihren Hohlräumen Unterschlupf und günstige Lebensbedingungen für Kröten, Spitzmäuse, Molche, Eidechsen und vielen Insekten. Durch ihre Fähigkeit, Wärme zu speichern, sind solche Mauern von besonderer Bedeutung für viele Tierarten. In den vielen kleinen Ritzen finden zudem viele anspruchslose aber schöne Mauerpflanzen einen "Überlebensraum". 

 

 

 

Bei diesen Mauerpflanzen können die Kinder gerade bei langer Trockenzeit mit der Drückprobe erkennen, wie die dickfleischigen Blätter dieser Pflanzen das Wasser über lange Zeit speichern.

 

 

 

   Beobachtungsmöglichkeiten

   Die Tiere in oder auf der Trockenmauer sind nur mit viel Geduld zu sehen, bis auf die Netze einiger Spinnen. Die Suche sollte sich deshalb auf Tierspuren konzentrieren.

   Bei den Mauerpflanzen können die Kinder gerade bei langer Trockenzeit mit der Drückprobe erkennen, wie die dickfleischigen Blätter dieser Pflanzen das Wasser über lange Zeit speichern.

-  Bestimmung der Pflanzen nach Standort (Mauerfuß, Mauerkrone und Mauerfugen)

   Messung der Temperatur (Sekundenthermometer) auf den Steinen und in den Steinfugen bei Sonnenbestrahlung und bei kühlem Wetter



Leben im Holzstapel

Das Holz eines Zwetschgenbaumes, der bei einem Herbststurm 1992 völlig zerbrach, wurde zu Meterstücken zersägt und damit ein Holzstapel aufgeschichtet. In diesem "Meterholz" können neben vielen Tierarten, die sich in einem solchen Biotop ansiedeln, vor allem Nisthilfen für Solitärinsekten entstehen.

 

 

 

Je nach Lage und Größe bietet der Holzstoß Lebensraum für Spitzmäuse, Mauswiesel, Igel, Ameisen und Spinnen. Interessant zu beobachten sind sicher auch die dort auftretenden Pflanzen und die holzzersetzenden Pilzarten. Auch der Steinhaufen, aufgeschichtet aus übrig gebliebenen Steinen beim Bau der Kräuterspirale, ist ein Biotop für viele Tiere.

 

Ein alter vermoderter Baumstamm vom Förster

 

Neu hinzugekommen ist im Sommer 1995 ein sieben Meter langer Baumstamm, der von den Waldarbeitern des Bad Nauheimer Forstamtes zur Schule gebracht wurde. Dieser Baumstamm ist schon sehr verwittert und vermodert und bietet mit seiner rauen Oberfläche vielen Tieren und Pflanzen ein Zuhause und für andere Tiere eine Nahrungsgrundlage. Interessant ist auch für die Kinder, den Zersetzungsvorgang durch Tiere, Bakterien, Pilze und Witterungseinflüsse vom festen Holz zu erkennen und zu "begreifen".


Steinhaufen als Biotop

 

 

 

In den verschiedenen Schichten und in den kleinen und größeren Hohlräumen finden viele Tiere einen idealen Lebensraum. In der Laub- und Erdschicht sind Tausendfüßer, Ameisen, Asseln, Saftkugeln, Ringelwürmer, Käfer, Spinnen und Springschwänze zu finden.

 

 

 

 

 

 

 

 

In den feuchten Schichten direkt unter den Steinen können die Kinder weitere Arten der Destruenten (Zersetzer) finden.

Verschiedene Amphibien aus dem Schulteich haben hier gute Bedingungen für ihr Winterquartier. Sind genügend größere Spalten und Hohlräume gebaut, so kann sicher auch mal ein Mauswiesel oder ein Hermelin dort zu finden sein.

 

 

 

 

 

Durch geschicktes „Legen“ können viele kleine Hohlräume geschaffen werden.

Besonders viele Hohlräume erhält man, wenn zuerst unter den Steinen einige dickere Äste gelegt werden. Die Äste werden mit Laub zugedeckt und darauf die Steine geschichtet. In die Mitte der Bodenfläche wird der Sand angehäufelt. In diesem „Untergrund“ finden die Tiere einen guten Lebensraum. Die Bodenschicht und ein ca. 50 cm breiter Saum kann ca. 10 cm tief mit Ast- oder Rindenmulch abgedeckt werden. Der Mulch verhindert die zu starke Verkrautung des Steinhaufens. Für den Steinhaufen sucht man einen sonnigen Platz im Schulgarten, damit die Steine die Wärme gut speichern können

 



Pflege des TrockenstandortsUnser Trockenbiotop........gibt's nicht mehr.....

es musste weichen für den Bau des neuen Alpinums

 

..... so wurde der Trockenstandort damals angelegt....

Auf einer Fläche von etwa 40 m2 wurde die Erde spatentief abgetragen und mit Sand  und Kies aufgefüllt. Gebrauchte Basaltsteine, alte Granitgrenzsteine, grober Kies, eine große Baumscheibe und drei vermoderte Baumstämme bieten einen Lebensraum für Pflanzen und Tiere, die einen trockenen Standort benötigen.

 

 

Neben vielen Tierarten, die sich in einem solchen Biotop ansiedeln, sollen vor allem Nisthilfen für Wespen, Bienen und Hornissen entstehen. 

 

 

 

Je nach Lage und Größe bietet dieses Biotop auch einen Lebensraum für Ameisen und Spinnen, für Grabwespen und Ameisenlöwe, für den Mauerpfeffer und die Wilde Malve. Die umfassenden Steinplatten bieten zudem Lebensraum für Asseln, Ameisen, Käfer, Ohrwürmer, Tausendfüßler und Schnecken.

 

 

 

 

Im Sommer 2002 wurde der Trockenstandort komplett neu aufgebaut. Zuerst wurden alle Steine abgetragen, der alte Sand auf der Wiese verteilt und das um das doppelte vergrößerte Biotop spatentief ausgegraben. Nun wurde neuer Sand aufgefüllt und die verschiedenen Steine neu verteilt.

 

 

 

 

© Frauenwaldschule 1999
Zuletzt aktualisiert: November 2007