| Kunst im Garten |
Eine Klasse besucht drei Tage den Skulpturenpark Bad Nauheim
Die Klasse 5d der
Frauenwaldschule besuchte im Juni 1999 den Skulpturenpark des Bad Nauheimer
Bildhauers Gerhard Burk, um Anregungen für den Kunstunterricht zu sammeln.
Außer einem ausgedehnten
Erkundungsgang durch den Waldpark, auf dem mittlerweile 77 Großskulpturen,
eingebettet in die urwüchsige Landschaft, zu bestaunen sind, standen auch
Gespräche und Betrachtungen von einzelnen Skulpturen auf dem Programm. Die
Funktion von Kunst erläuterte Gerhard Burk an Hand ausgewählter Objekte, was,
so die begeisterten Kinder, "total spannend" war. Hautnah
erleben, wie Künstler arbeiten und Ideen sammeln - das stand in dieser
"Motivationsphase" an oberster Stelle, so Klassenlehrer Otto
Dörr.
Eine aus 13 Einzelteilen bestehende Installation, die Burk im vergangenen Jahr
in Dortmund gezeigt hatte, galt es neu zusammenzustellen. In kleinen Gruppen
durften die Kinder die auf Drahtgestängen stehenden Holzteile neu zusammen
fügen, variieren, verändern......
Überhaupt zeigte sich einmal
mehr, dass die Kinder kaum Berührungsängste gegenüber der "hohen
Kunst" hatten. Am Ende des Projekts hatten sich zwei Gruppen von
"Künstlern" gebildet, die ihre Objekte zu Schlangenlinien oder
geschlossenen Kreisen formiert hatten. Für Dörr auch ein Hinweis auf die
Klassenstruktur, in der sich verschiedene Kleingruppen zeigten. Burk sah das
Ergebnis aus der Warte des Künstlers und entdeckte eine Ausrichtung der Objekte
in einem vorbestimmten Raum.
Ob man den Umgang mit Kunst denn lehren kann? Gerhard Burk ist davon überzeugt.
Im neuen Schuljahr 1999/2000 wollen die Schülerinnen und Schüler dann selbst
aktiv werden und eigene Skulpturen schaffen, die auf dem Schulgelände, vor
allem im Schulgarten der Frauenwaldschule bestaunt werden können.
Für diese Aktion hatten die Kinder die Aufgabe, in den Sommerferien Gedanken,
Ideen und Vorentwürfe zu sammeln und geeignetes Material zu suchen. Eine
künstlerische Richtung oder ein bestimmtes Rahmenthema wurde nicht vorgegeben.
In einer dreitägigen Aktion sollen dann in Kleingruppen Skulpturen geschaffen
werden, die als Ausstellungsstücke im Schulgarten aufgestellt werden und am
Marktag, am Freitag, dem 24. September 1999 im Schulgarten betrachtet werden
können. Auch während dieses zweiten Teiles des Projekts wird Gerhard Burk als
Mentor und fast schon "guter Freund" den Kindern mit Rat und Tat zur
Seite stehen.
Tipp: Besuchen Sie doch mal den Skulpturenpark unterhalb des Johannesbergs, es lohnt sich!!
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Kompletter Zeitungsbericht über den Besuch der Klasse 5d im Skulpturenpark |
Skulpturen im Schulgarten der Frauenwaldschule
Die Klasse 6d der Frauenwaldschule
Nieder-Mörlen fertigte an drei Projekttagen Skulpturen aus Holz und Stein an.
Vor Beginn der Sommerferien folgten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5d (jetzige 6d) der Frauenwaldschule Nieder-Mörlen der Einladung des Bad Nauheimer Bildhauers Gerhard Burk in den von ihm aufgebauten Skulpturenpark. Zwei Tage ließen sie sich zusammen mit ihrem Klassenlehrer Otto Dörr von den Kunstwerken inspirieren, führten angeregte und "heiße" Diskussionen über "Kunst und Philosophie" und entwickelten Ideen für eigene Skulpturen.
Nach den Sommerferien sollte es
nun so weit sein: Ideen werden Realität. Im Rahmen des Kunstunterrichts planten
und skizzierten die Kinder in Kleingruppen ihre Vorstellungen eines eigenen
Skulpturenparks in der Frauenwaldschule unter dem Motto "Kunst im
Garten". Gerhard Burk übernahm gerne die "Schirmherrschaft"
über dieses Projekt, wobei er seine Funktion gemeinsam mit Lehrer Otto Dörr
als Mentor, Berater und rettender Schutzengel bei auftretenden handwerklichen
Problemen und bei kreativen Tiefs betrachteten.
Drei Tage im September war reges
Treiben auf dem Schulhof der Frauenwaldschule zu hören und zu sehen.
Aktivitäten, die sich vom Schulalltag abhoben. Die 25 Schülerinnen und
Schüler der Klasse 6d hatten ein neues und interessantes Metier entdeckt.

Mit
viel Hämmern, Meißeln, Sägen, Raspeln und Schmirgeln entwickelten sie
Skulpturen aus Holz und Stein zu den unterschiedlichsten Themenbereichen. Es
wurde gefachsimpelt über Arbeitsmethoden, Umgang mit Werkzeugen und Material,
über Sinn, Zweck und Aussagekraft der Skulpturen.
Am 24. September war es dann so
weit. Als Ergänzung des inzwischen schon bekannten "Markt auf dem
Schulhof" der Frauenwaldschule wurde die Ausstellung eröffnet. Die
Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und viele Besucher des Marktes
nahmen an diesem Tag nicht nur die Gelegenheit war den Schulgarten zu
besichtigen, sondern auch die Skulpturen an den von den Kindern selbst
gewählten Plätzen auf der Streuobstwiese zu bestaunen. Die Titel der
Skulpturen, wie "Glückswürfel", "Meeresglück",
"Nobody is perfect", und "Gott der Osterinsel" zeigen die
weitgefasste und phantasievolle Ideenwelt der Kinder.
Rektor Reinhard Marquardt zeigte sich erfreut über die Begeisterung und das Engagement der Schülerinnen und Schüler und über die künstlerische Bereicherung des Schulgartens und Gerhard Burk zog das Fazit, dass dieses Projekt "eine tolle Konkurrenz für den Skulpturenpark" ist.

Foto links: Der Bad Nauheimer Künstler Gerhard Burk (Mitte links) und Lehrer Otto Dörr (Mitte rechts) inmitten der Schülerinnen und Schüler der Klasse 6d bei ihrer Arbeit.
Kulturpreis 1999 des Wetteraukreises an Gerhard Burk

Neben dem Umweltpreis,
den die Frauenwaldschule 1999 erhielt, verleiht der Wetteraukreis auch
einen Kulturpreis. Dieser wurde am 3. Oktober 1999 dem Bad Nauheimer Bildhauer
Gerhard Burk in Anerkennung herausragender künstlerischer Leistungen
überreicht. Bei der feierlichen Preisverleihung durch den Landrat Rolf Gnadl
und der Laudatio durch des Direktor des Oberhessischen Museums in Gießen, Dr. Friedhelm
Häring, wurden die Verdienste und Leistungen von Gerhard Burk gewürdigt.
Besonders seine Gründung von SELECTION & SKULPTURENPARK 1978 in Bad
Nauheim, ein "interdisziplinäres Erfahrungsfeld - ein Füllhorn der
sinnlichen Wahrnehmung, des Austausches, Miteinander und Ergänzung" wurde
in den Ansprachen gewürdigt.
Die Schülerinnen und Schüler der Frauenwaldschule freuen sich mit Herrn Burk und gratulieren ihm herzlich zu diesem Preis.
Dieser Skulpturenpark, in dem
auch die Klasse 6d die ersten künstlerischen Begegnungen mit den Skulpturen hatte,
kann jederzeit besichtigt werden.
"Der Weg der vierzig Pfeiler"

Besonders freut es die Frauenwaldschule, dass der Bildhauer Gerhard Burk als
einziger deutscher Künstler ausgewählt wurde, bei dem Projekt "Der Weg
der vierzig Pfeiler" für Bethlehem mitzumachen und eine der siebzehn
Säulen zu gestalten.
"Es handelt sich um ein Geschenk von Künstlern - von einer
Bildhauer-Gruppe - die unter der Schirmherrschaft des Vereins LE FAISANT, der
Stadt Straßburg, der Bank CREDIT MUTUEL und unterschiedlichen Partnern
zusammengebracht wurde, um eine dauerhafte Beziehung zwischen Strassburg und
Bethlehem entstehen zu lassen - anlässlich der 2000 Jahreswende - aufzuzeigen.
Bethlehem - aus weißem Stein gebaut - wird seit Jahren grundsätzlich
renoviert. Um einen bestimmten Fußgängerweg präzis zu kennzeichnen wird eine
zusammenhängende Gruppe von Stein-Skulpturen, die alle aus dem örtlichen,
ursprünglichen Stein dieser Region entstehen müssen - mit dem Universalen und
ewigen Thema des Pfeilers - der Säule - dort aufgerichtet." (G.Burk)
In Bethlehem werden vierzehn
Skulpturen aufgestellt, und in Strassburg drei Säulen. So wird eine Verbindung
vom Straßburger Münster zur Geburtskirche in Bethlehem gezeichnet.
Die Säule von Gerhard Burk
trägt die Nummer 11 - für Bethlehem. Sie trägt den Titel "Stille".
Die Maße sind ca. Höhe 205 cm, Breite 80x75 cm, das Gewicht beträgt ca.
3.300 kg.
Ein schönes Friedenssymbol und wir finden, eine große Ehre für Bad Nauheimer und den Künstler Gerhard Burk.
© Frauenwaldschule
1999
Zuletzt aktualisiert: Januar
2000