Obst, Kräuter und Gemüse


Die Streuobstwiese

 

Im Herbst 1990 wurde eine kleine Obstbaumanlage mit 12 Hochstammbäumen angelegt. Unterstützt wurde die Schule dabei von der Naturschutzgruppe in Bad Nauheim. Gemeinsam mit Eltern und Lehrern hoben die Schülerinnen und Schüler die Pflanzlöcher aus, schlugen die Haltepfähle ein und setzten die Bäume. In den darauffolgenden Jahren wurden weitere Obstbäume von den Bio- AGs gesetzt, die den Bestand auf 30 Hochstammbäume erhöhten.

 

 

 

Wert wurde darauf gelegt, nur heimische Arten anzupflanzen; Apfel, Birne, Kirsche, Zwetschge, Mirabelle waren darunter, aber auch Walnuss und die alte Sorte Speierling. Jeder Baum wurde am Schluss noch mit einem Holzschild am Haltepfahl mit Sortenname und Pflanzdatum versehen. 


 

In den letzten Jahren konnte das erste Obst dieser Bäume von Schülern und Lehrern geerntet und verwertet werden. Aus den Mirabellen, den Aprikosen und Zwetschgen wurde von den Kindern Marmelade und Gelee eingekocht und am Markttag verkauft. Unter der Anleitung der ehemaligen Kollegin Frau Walenda werden jedes Jahr über 200 Gläser für den Markt hergestellt.

 

Die Ernte der Äpfel und der Pflaumen macht natürlich am meisten Spaß und Freude, wie diesem dritten Schuljahr. Die reifen Früchte werden in den Schulpausen von den Kindern der Bio- AGs an die Mitschülerinnen und Mitschüler verkauft, einen Apfel für 10 Pfennige und eine Zwetschge für 2 Pfennige und bereichern das Pausenfrühstück der Kinder. Die unreifen Äpfel werden in den Gartenhäusern gelagert und später verkauft oder in der kleinen Schulküche verarbeitet. 



Obstbaumschnittlehrgang
für die Kinder der Frauenwaldschule

In den letzten Jahren fanden an der Frauenwaldschule Nieder-Mörlen mehrere Obstbaumschnittlehrgänge für interessierte Schülerinnen und Schüler der Förderstufe und der Grundschule und einigen Lehrkräften statt.
Als Referent konnte Dipl. Agraringenieur Michael Lehmann aus Nieder-Mörlen, ein Fachmann für Obstbaumpflege, gewonnen werden, der diese Obstbaumschnittlehrgänge in Theorie und Praxis der Altersgruppe der Kinder entsprechend anschaulich und mit großer Erfahrung leitete.
Baumschneidelehrgang mit Michael Lehmann

Die Schülerinnen und Schüler, die durch die Arbeit in den Bio- AGs schon einiges Wissen mitbrachten, folgten gespannt den interessanten Ausführungen von Michael Lehmann zum Aufbau und zur Pflege eines Baumes, zur Beachtung der "Saftwaage", zu Blüten- und Blattknospen und zur Handhabung der wichtigsten Schnittwerkzeuge. Sie lernten, wie ein junger Baum schon im ersten und in den darauffolgenden Jahren geschnitten werden muss, damit er ein tragfähiges Astgerüst ausbilden kann, sie hörten von Wuchsgesetzen und von Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt.
Danach konnten die Schülerinnen und Schüler endlich ihre Fertigkeiten bei den eigenen Schnittmaßnahmen an den jungen Bäumen zeigen. In zwei Gruppen unter Anleitung von Michael Lehmann und der ehemaligen Lehrerin Gertrud Walenda wurden die weiteren Obstbäume auf dem Obstbaumgelände der Schule geschnitten.

Mit diesen Obstbaumschnittlehrgängen möchte die Frauenwaldschule die Kinder schon früh an die Aufgaben der Baumpflege heranführen und sie für die wichtigen Pflege- und Naturschutzmaßnahmen begeistern. Zudem leistet die Schule damit auch einen Beitrag zum Erhalt der ökologisch wertvollen Streuobstwiesen.



Riechen und Schmecken an der Kräuterspirale

 

Bau der KräuterspiraleBesonders stolz sind die Schülerinnen und Schüler über die große Kräuterspirale mit einem Durchmesser von 7-9 m. Die Vorarbeiten, wie Ausheben der Spiralfläche und des kleinen Teiches, erledigten die Bio- AGs, den Bau selbst haben die Lehrerinnen und Lehrer an einem Aktionstag durchgeführt. Die Anleitung und Beratung kam von Frigga Schotte von der Regionalen Lehrerfortbildung in Friedberg, die auch tatkräftig die Lehrkräfte unterstützte. 

 

Bei einer Kräuterspirale bekommen viele Kräuter durch die aufsteigende Spiralform und die unterschiedliche Erdstruktur einen möglichst optimalen Standort. So wachsen z.B. Wasserminze und Brunnenkresse in der Wasserzone am kleinen unteren Teich, Pfefferminze, Melisse und Petersilie in der Feuchtzone, in der Normalzone Dill, Estragon und Boretsch und Lavendel, Rosmarin und Salbei in der sandigen Trockenzone (Mittelmeerzone). 


 

 

Die Kinder pflegen im Unterricht die Kräuter, säen und pikieren die neuen Pflänzchen, hacken die Erde locker und entfernen die Kräuter, die nicht in die Kräuterspirale gehören. Lebhaft verläuft jedes Mal die Diskussion, ob es "Wild"kräuter oder "Un"kräuter sind.

 

Besonderen Spaß macht natürlich das Schmecken und Riechen der Kräuter, das Beschreiben ihres Geschmacks, ihrer Würze und ihres Aussehens.


Verwendet werden die Kräuter zum Essen und Würzen verschiedener Speisen, die die Klassen im Unterricht herstellen und für ein schmackhaftes und durstlöschendes Getränk mit Apfelsaft und kleingeschnittenen Pfefferminz- und Zitronenmelisseblättern.

 

Bau der großen Kräuterspirale

 

Die  Lehrkräfte und der Hausmeister holten etwa 5 Tonnen Basaltsteine aus einem Steinbruch bei Gambach, eine Spende der Firma Buss-Basalt. Den Transport übernahm die Stadt Bad Nauheim. Drei Wagenladungen mit Mutterboden transportierte kostenlos Landwirt Martin Möbs aus Nieder-Mörlen.



Pflanzkästen für Blumen und Gemüse

Auf Wunsch von mehreren Klassen und der Klassenlehrerinnen wurden acht Pflanzkästen im Schulgarten aufgestellt, die vom Hausmeister und den Schülerinnen und Schülern zusammengebaut und angestrichen wurden.   Die sechseckigen Hochbeete ermöglichen ein besseres Arbeiten für die Kinder und ein genaueres Beobachten ihrer Pflanzergebnisse.

 

 

Die "kleinen" Gärtner der Klassen 1-4 der Grundschule haben schon Radieschen, Gurken, Kürbisse und Karotten eingesät, Lavendel, Estragon und Erdbeeren eingepflanzt und in einem Kasten hat eine Klasse in verschiedenen Kartoffelarten gesteckt, um die unterschiedlichen Ergebnisse später zu vergleichen und zu schmecken.


Das Gemüse und die Kräuter werden z.T. im Unterricht verarbeitet, u.a. gab es in einer Klasse ein Kürbiskuchen und Kürbissuppe, der Pfefferminz wird getrocknet und die Samen der Ringelblumen und anderer Pflanzen werden gesammelt und am Markt verkauft.

 

Tipp: Der Bauplan für die sechseckigen Hochbeete kann als pdf-Datei herunter geladen werden.

                                                    
Bauplan als pdf-Datei

(Das Holz wird beim Zimmermann oder Schreiner entsprechend bestellt und mit etwas Geschick können die Kästen z.B. vom Hausmeister, Lehrkräften und Eltern zusammengenagelt und geschraubt werden.



 Gemüsebeete

 

Einfacher sind diese Beete anzulegen, die sich die Schülerinnen und Schüler einer Schulgarten AG der Förderstufe wünschte. Die hochstehenden, etwa 25 cm hohen Bretter, dienen als saubere Abgrenzung der Pflanzbeete vom übrigen Wiesengrundstück. Die Wege um die Pflanzbeete werden mit Mulch aufgeschüttet.


 

Eine besondere Pflege brauchen alle Nutzbeete in den Ferien, denn bei längerer Trockenheit müssen die Pflanzen fast täglich gegossen werden. Einige Eltern und einige ganz fleißige Kinder haben diese Aufgabe in diesem Sommer übernommen.



Brennnesseljauche und Ohrwurmhöhlen

Brennesseljauche gegen Blattläuse

 

Die "Giftspritze" gegen die Blattläuse oder bestimmte andere Baumkrankheiten wollen wir im Schulgarten nicht einsetzen.

Gegen manche Blattkrankheiten hilft die "stinkende" aber gute Brennnesseljauche.

 

 

Ohrwürmer sind ein natürliches Mittel gegen die Blattläuse und deshalb bekommen sie als Unterschlupf zum "Übertagen" an jeden Baum und Strauch eine Holzwollhöhle angebracht.


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© Frauenwaldschule 1999
Zuletzt aktualisiert: Oktober 2009