Nisthilfen und Wohnraum für viele Tiere

Nisthilfen für Solitärinsekten



Solitär lebende Bienen, Hummeln, Wespen und andere Insekten legen ihre Nester im Erdboden, in kleinen Löchern im Mauerwerk und Holzbalken, in hohlen Pflanzenstängeln oder in leeren Schneckenhäusern an.
Durch den Mangel an geeigneten Nistmöglichkeiten, u.a. hermetisch abgeriegelte und verputzte Häuser und "aufgeräumte" Gärten,  ist die Zahl der wichtigen und harmlosen Solitärinsekten ist in den letzten Jahren enorm zurückgegangen. Deshalb bemühen sich die Kinder der Frauenwaldschule, geeignete Nisthilfen zu schaffen. 

Seit Herbst 1992 werden von den Teilnehmern der Bio- AGs Nisthilfen für die verschiedenen Solitärinsekten hergestellt.

Basteltipps:
So werden Stroh- und Schilfhalme etwa 20 bis 30 cm lang abgeschnitten und armdick zusammengebündelt. Die so entstandenen Bündel werden mit Kordel an Bäume gehängt und bieten den Solitärinsekten geeigneten Unterschlupf. Die Halme können aber auch in Büchsen oder auch in Holzkästen gefüllt werden, wie auf dem Bild unten zu sehen ist. 


Weitere Nisthilfen werden aus dicken Holzklötzen hergestellt, in die viele unterschiedlich große Löcher von 3 - 12 mm Durchmesser und entsprechender Tiefe von 3 - 12 cm gebohrt werden, die an den Gerätehäuschen, Schulgebäuden und an Bäumen angebracht werden. Die Holzklötze und die Bündel werden seit Jahren auf allen Schulmärkten und bei anderen Märkten von den Kindern verkauft, selbstverständlich mit einer "fachmännischen" Beratung und Information über diese wertvollen Insekten.


Eine weitere Nistmöglichkeit ist ein alter Baumstamm. Entweder man lässt einen Stamm eines eingegangenen Baumes stehen oder man gräbt ein Stamm in die Erde ein. Auf dem Foto setzt unser Hausmeister Herr Philipp mit Schülern ein drei Meter langen Baumstamm senkrecht in die Erde. Dieser Stamm wird mit vielen Bohrlöchern versehen, in denen Solitärinsekten ihre Brut legen können.         

 

Information: Nisthilfen für Solitärinsekten am Beispiel der Wildbiene

Für jedes Ei legt die Wildbiene eine eigene Brutzelle an. Jede Zelle wird durch eine Wand aus unterschiedlichem Material (Erde, Harz, Wachs, Steinchen, Blätter, u.a.) abgetrennt.

In die Brutzelle trägt die Wildbiene ein Gemisch aus Pollen und Nektar ein und legt auf diesen Futtervorrat ein Ei.

Bereits nach wenigen Tagen schlüpft aus dem Ei die Larve (eine kleine Made). Die Larve wächst durch den Verzehr des Pollen- und Nektarvorrats rasch an.

Nach 3-4 Wochen spinnt die Larve ein Kokon, in dem sie sich verpuppt.

Im Schutze dieses Kokons verbringt das Tier als Puppe den Rest des Jahres und überwintert auch in ihm.

Im nächsten Frühjahr und Frühsommer durchbrechen die fertigen Wildbienen die Wand und kommen heraus.



Vogelkästen 

Für die verschiedensten Vögel werden aus Holzbrettern und anderen Materialien verschiedene Nist- und Schlafplätze geschaffen, die an den Bäumen und Gebäudewänden befestigt werden. 

 

 

Auch gekaufte Vogelnistkästen aus Holzbeton werden in den nächsten Monaten im Schulgarten aufgehängt. Zur Nestbauhilfe werden kleine Drahtkörbe an zwei Bäume gehängt, die mit Wollresten, Haaren und Federn gefüllt sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nisthilfen und Unterschlupf für viele Vogelarten, Bienen, Solitärinsekten, Hummeln, Hornissen und Fledermäuse

 
 

 

Fledermauskästen
 

Auch Fledermäuse sollen sich ansiedeln und einen Unterschlupf für den Tag auf dem Schulgelände finden. Da Fledermäuse immer in Gruppen einen Unterschlupf suchen und annehmen, haben wir alle 11 Kästen zusammen an die Turnhallenwand angebracht. Links neben den Fledermauskästen ist die Schwalbennesterwand, die leider noch von keine Schwalben angenommen wurde. 

 

 

 

Fledermäuse stehen unter Naturschutz, doch wegen den immer weniger werdenden Lebensräumen ist ihre Zahl in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Von den 22 in Deutschland nachgewiesenen Arten sind 2 nur noch in Einzelexemplaren feststellbar, weitere fünf sind vom Aussterben bedroht.

Bau der Fledermauskästen


Fledermäuse sind in Europa ausschließlich Insektenfresser. Pro Tag nehmen sie etwa ein Viertel ihres Körpergewichts als Nahrung auf, ein Abendsegler kann bis zu 30 Maikäfer kurz hintereinander fressen, eine Zwergfledermaus etwa 40 - 50 Fliegen und Mücken.

Die Schulgarten-AG beim Zusammenbau der Fledermauskästen.

 

Nester für Schwalben

Auch für die Schwalben sollen im Schulgelände Nistplätze geschaffen werden. Die ersten vier Nester wurden im Frühjahr 1999 an der Turnhallenwand befestigt. 

 


Lehrer Klaus Nadler, ein begeisterter Ornithologe, befestigte mit Schülern die Nester an der Wand.  Leider kamen aber noch keine Schwalben zum Brüten in die neuen Nester. Wir vermuten, dass der geringe Dachüberstand die Schwalben abgehalten hat. 

Unser Hausmeister mit seinem russischen Helfer beim Anbringen der Schwalbenwand


In den letzten Dezemberwochen hat unser Hausmeister und sein russischer Helfer eine sechs Meter lange Konstruktion an der Rückfront der Turnhalle angebracht. Diese Dachkonstruktion bietet Platz für ca. 20 bis 25 Schwalbennester.

 

... die Schulleitung beim Verputzen....

 

Jetzt musste noch eine Plastikmatte angebracht werden auf die eine Verputzmasse aufgetragen wurde. Nach dem weißen Anstrich und dem Aufhängen der 10 Schwalbennester warten nun alle auf den ersten Einzug der Schwalben.

 

Hausmeister Philipp beim letzten Anstrich

 

Im alten als auch im neuen Ortsbereich gibt es einige Schwalbennester, vielleicht werden auch die neuen Nester im Schulgarten bald angenommen.

 


Herr Nadler und Herr Morkel beim Befestigen des Wespenkastens.Nistkasten für Hornissen und Hummeln


Auch für Hornissen und Hummeln soll in unserem Schulgarten ein Platz sein. Für die Hornissen wurde ein großer Kasten an einem Baum aufgehängt, für die Hummeln ein oberirdischer Kasten, bei dem man den Deckel zur Beobachtung des Nestes abnehmen kann.

 

 

Hummelkasten

 

Hummeln gelten im allgemeinen als friedliche Tiere, vor Wespen und Hornissen braucht man aber auch keine Angst zu haben. Wie für viele Tiere gilt auch hier, dass sie nur in Gefahr sich wehren wollen und dann auch ihren Stachel zur Abwehr benutzen.


FlorfliegenkastenFlorfliegenkasten


Gegen Blattläuse wird im Schulgarten kein giftiges Spritzmittel eingesetzt. Wir bekämpfen die Blattläuse mit natürlicher Hilfe, u.a. durch Florfliegen.

 

Einer der drei Florfliegenkästen an einem Apfelbaum auf der Streuobstwiese.

 


Die Nisthilfen im Schulgarten der Frauenwaldschule

Auf dem gesamten Schulgartengelände, an den Schulgebäuden, an der Brücke der Usa und auf den Patenbäumen auf den Erbwiesen sind die in der Tabelle aufgeführten Nisthilfen und Unterschlupfmöglichkeiten für viele Tiere angebracht und aufgestellt. Aus Steinen und Ästen, u.a. bei der Benjes-Hecke entstehen Ruheplätze und Höhlen für Igel und andere Tiere.

Nisthilfen für Insekten 14 Bienenstöcke für Honigbienen  +       1 Bienenschaukasten alle belegt
  1 Hummelkasten (oberirdisch)  
  1 Hornissenkasten belegt 2003
   36 Nisthölzer für solitär lebende Insekten belegt
   3 Florfliegenquartiere belegt
   40 Ohrwurmhöhlen aus Tontöpfen und Holzwolle belegt
Nisthilfen für Vögel 2 Trauerschnäpperkästen
   1 Nistkasten mit WebCam  belegt
   3 Baumläuferhöhlen
  1 Wasseramselkasten  
  4 Schwalbenhöhlen, weitere 22 im Bau  
  2 Mauerseglerkästen  
   1 Steinkauzröhre  
   15  Nisthöhlen für weitere versch. Singvögel 12 belegt
Fledermäuse 7 Fledermauskästen  
Igel u.a. Kleinsäuger  2  Benjes-Hecken  
   2 Holzstapel  
   2 Igelhöhlen belegt
  1 Trockenmauer  
   Vogelschutzhecke  
    Steinhaufen  

Interessante Links zum Thema Bienen und Wildbienen:

www.nardini-schule-ger.bildung-rp/bienen_ag.htm
http://www.badische-imker.de/index1.html
www.schulbienen.de    
http://home.t-online.de/home/Wolfgang.Kribbe/litera.htm
www.bienen.de
  
www.bienen-netz.de

www.hornissenschutz.de
www.Imkerverein.de.vu
http://netvet.wustl.edu/invert.htm#bees
www.biene-fridolin.ch
http://www.bee-online.ch/index.htm


© Frauenwaldschule 1999
Zuletzt aktualisiert: Februar 2008